Italien

Italien macht Laune. Azurblauer Himmel, Italo-Klänge a la Adriano Celentano, tobende Bambini am Meer, Pizzen so groß wie Wagenräder und Vino Rosso für den romantischen Ausklang eines gelungenen Tages. Ob man den Norden wählt oder in einer anderen Region Urlaub macht- überall bekommt man die umtriebige Mentalität auf angenehme Art und Weise zu spüren. Auch das Panorama ist sehr eindruckvoll in den Gassen und Hinterhöfen. Knarzende Fensterläden, abgebröckelte Fassaden, die den Glanzzeiten ein wenig hinterher zu trauern scheinen- Sentimentalität liegt in der Luft. Italien hat Europa schon sehr früh geprägt im Hinblick auf Kunst und Kultur. Die römische Antike war in der Ära des Römischen Reiches Ideal aller Bauwerke Europas. Auch im Mittelalter und in der Zeit der Renaissance war Italien die Wurzel der europäischen Kunst, Kultur und Forschung. Auf dem Gebiet der Malerei, Bildhauerei und Architektur brachte Italien eine Fülle kreativer Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Botticelli, Raphael, Fra Angelico und Michelangelo hervor. Italien ist weltberühmt für seine historischen Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum und den schiefen Turm von Pisa, die lässige Lebensart, Eleganz, Design, Film, Theater, Literatur, Poesie, Malerei, Musik sowie für einen exzellenten Geschmack. Die Italiener haben sich dennoch ihre Schlichtheit bewahrt. Hier kocht man auch heute noch oft das einstige Arme-Leute-Essen “Spaghetti” mit viel Liebe und Hingabe. Bezeichnend ist eine dampfende Schüssel Teigwaren auf dem Tisch, um die sich alle Familienmitglieder und Gäste scharen. Oder frisch gebratener Speck mit Eiern als lockerleichte Beigabe von Pasta Al Dente.. Aber genau das macht Italien aus. Die Italiener lieben die Geselligkeit. Der Sinn für das Bodenständige, Einfache und Köstliche ist ein Markenzeichen. Flirrende Hitze im Juli und August macht goldenen Herbstträumen Platz. Das Meer ist dann noch von der Sonne durchwärmt und wälzt sich lasziv mit Aufbegehren gegen die Launen des zu Ende gehenden Sommers. Kinder mit rosigen Wangen und wachen Augen strahlen echte Lebensfreude aus. In dem familienfreundlichen Land nehmen die Kids bis zu später Stunde am munteren Geplauder, das ich außerhalb der Häuser abspielt, teil. Im Juli hat die Adria Badewannentemperatur, und die Strände sind stark bevölkert. Will man sein Strandlaken nicht mit fremden Leuten teilen, ist man nahe den Marken besser aufgehoben. Senigallia ist eine vornehme Ferienregion in der Region Marken mit viel Grazie und Anmut. In den Bergen kann man auch die begehrten Weißen Trüffel kosten. Zum Spazieren in wunderschöner Natur empfiehlt sich ein Tripp nach Ancona, wo man in villenartigen Restaurants auf der Terrasse Köstlichkeiten der Gegend in Hülle und Fülle probieren kann. Wenn man die Promenade von Senigallia entlang schlendert, fühlt man sich in die 50-er- Jahre versetzt. Die Szenen erinnern an alte Hollywood-Postkarten, und ab und zu weht es auch den alten Song “Unforgettable” herauf. Die Menschen sind hier gemächlich, keiner scheint sich den Fängen des Bürostresses zu ergeben. Man sieht smarte Herren in pudrigen Anzügen und Damen, die dezent gestylt sind. Diese Ferienregion ist perfekt für Paare jenseits der 30 geeignet, die sich etwas gönnen möchten ohne Rummel, aber mit viel Niveau und kulinarischen Ambitionen. Gehören Teigwaren generell zum italienischen Pflichtprogramm, kostet man hier die Kür. Es gibt alle nur erdenklichen Leckerbissen und Raffinessen aus der Küche-die geschmacklichen Feinabstimmungen sind etwas für versierte Gaumen, die auch eine guten Tropfen zu schätzen wissen.
Der Frühling beginnt in Italien treffenderweise früh. Im Februar kann man an der frischen Luft schon einen Cappuccino genießen, mit der Sonne flirten oder mit dem netten Tischnachbarn kokettieren. Hier darf man ganz einfach man selbst sein und ganz ungeniert dem typischen Dolce Vita frönen unter Pinienbäumen. Vollreife Orangen verströmen ihren Duft und verführen auch Vitaminbanausen zum Obstgenuss.Im südlichen Zipfel des Stiefels liegt ein sehr fruchtbares Land, das es fern des Ultranormalverbraucher-Tourismus zu entdecken gibt- Apulien. Apulien erschließt sich dem Besucher wie ein fruchtbarer Garten Eden. Obst, Gemüse und Nüsse sind vollmundig und sehen einfach zum Anbeißen aus. Liebenswert schrullige Menschen huschen durch enge, dunkle Gassen, um sich nach Ladenschluss fix noch einen Espresso zu genehmigen. Verlassene Landstriche schimmern nach Sonnenuntergang ockerfarben. Das Leben pulsiert beim Feilschen auf dem Fischmarkt in Bari während alte Frauen hinter wehenden Vorhängen kurz vor Einbruch der Nacht die apulische Spezialität Orecchiete in Handarbeit produzieren. Im Hafen schaukeln pastellfarbene Boote auf den Wellen. Die mittelalterlichen Sträßchen von Bari können durchaus mit der Mystik Venedigs konkurrieren. Das Schlagen der Kirchturmuhr ist wie ein Widerhall der Seele- ein Echo, das von ganz tief innen kommt. Fahles Laternenlicht inspiriert zum Geschichtenerzählen und zum Nachdenken über das Leben. Mittlerweile ist Bari mafiafreie Zone. Die Gendarme haben die Kriminalitätsrate fest im Griff. In Apulien ist nicht nur der tiefrote Wein eine flüssige Delikatesse. Auch das Peroni-Bier wird in den Bars gerne getrunken. Den Plausch mit Einheimischen gibt gratis dazu. In der Gegend um Castellana kann man in geschichtsträchtigen Trullis, die statt einem Dach lustige weiße Zipfelmützen tragen übernachten und die Stille andächtig genießen.

weiter lesenminimieren
Anzeigen